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Firmwochenende verbindet Geschichte, Glauben und die Frage nach der Kirche von heute:Auf christlichen Spuren durch Trier

Was haben römische Gräber, mittelalterliche Klöster, ein modernes Krankenhaus und der Trierer Dom gemeinsam? Dieser Frage gingen Firmbewerberinnen und Firmbewerber des Pastoralen Raumes Idar-Oberstein bei einem Firmwochenende vom 12. bis 14. Juni in Trier nach. Untergebracht im neuen Jugend- und Gästehaus des Bistums begaben sich die Jugendlichen auf eine spannende Entdeckungsreise durch fast 2.000 Jahre Christentum und fragten dabei immer wieder: Welche Bedeutung hat der Glaube heute für unser eigenes Leben?
Die Firmgruppe auf der Westgalerie des Doms mit Blick in die Innenstadt
Datum:
2. Juli 2026
Von:
Michael Michels

Trier gilt als die älteste Stadt Deutschlands und ist reich an christlicher Geschichte. Doch das Firmprojekt wollte bewusst mehr sein als eine historische Stadtführung. Die Jugendlichen sollten entdecken, wie Christinnen und Christen in verschiedenen Epochen ihren Glauben gelebt haben und welche Spuren sie bis heute hinterlassen haben. Dabei führte der Weg zu Orten, die normalerweise für die Öffentlichkeit nicht oder nur schwer zugänglich sind.

Zu den ersten Stationen gehörten die beeindruckenden antiken Ausgrabungen unter St. Maximin, wo sich eines der größten römischen Gräberfelder nördlich der Alpen befindet. Hier wurde erfahrbar, wie eng die Anfänge des Christentums mit der Geschichte des Römischen Reiches verbunden sind. Weitere Stationen waren die prächtige Kirche St. Paulin sowie die Benediktinerabtei St. Matthias mit ihrer Krypta. Besonders eindrucksvoll war hier der Einblick in die Klosteranlagen, den Kreuzgang und den Klostergarten und die kurze Begegnung mit einem Ordensbruder.

Ein körperlich durchaus herausfordernder Programmpunkt war der Aufstieg zur Mariensäule, der die Gruppe bei sommerlichen Temperaturen kräftig ins Schwitzen brachte, zugleich aber auch mit einem beeindruckenden Blick über die Stadt belohnte.

Ein besonderes Highlight des Wochenendes war der Besuch des Trierer Doms nach der regulären Offnungszeit am Samstag Abend. Dort öffneten sich für die Gruppe Türen, die sonst verschlossen bleiben - ganz alleine im Dom! Die Jugendlichen konnten Bereiche erkunden, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind: Von einigen Metern unter dem Dom bis hin zum Dachstuhl sowie den Ost- und Westgalerien. Begleitet wurde die Gruppe dabei, wie an vielen Programmpunkten am Wochenende vom Trier Jugendpfarrer Peter Zillgen, der nicht nur spannende Einblicke ermöglichte, sondern mit der Gruppe auch eine Heilige Messe in der Domkrypta feierte.

Dass Christentum nicht nur Vergangenheit, sondern auch Gegenwart ist, zeigte sich der Gruppe beim Besuch des Brüderkrankenhauses Trier. Dort lernten die Jugendlichen das Lebenszeugnis von Peter Friedhofen kennen, dem Gründer der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf. Sein Einsatz für Kranke, Arme und Benachteiligte machte deutlich, wie christlicher Glaube bis heute konkret gelebt werden kann. Das Grab Friedhofens wurde damit zu einer Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart.

Begleitet wurde das Projekt von Mitgliedern der Jugendleiterrunde, Dirk Kerber, Michael Michels sowie Jugendpfarrer Peter Zillgen. Gemeinsam sorgten sie dafür, dass historische Informationen, persönliche Begegnungen und spirituelle Elemente immer wieder miteinander verbunden wurden.

Zum Abschluss des Wochenendes stand die Frage im Mittelpunkt, was die Erfahrungen der vergangenen Tage für das eigene Leben bedeuten. In einer gemeinsamen Reflexion beschäftigten sich die Jugendlichen mit der Frage nach der Kirche heute und nach ihrem eigenen Platz darin. Welche Talente, Charismen und Begabungen bringe ich mit? Was braucht die Kirche? Was braucht die Welt? Und welche Rolle könnte ich selbst dabei spielen?

Gerade diese Fragen zeigen, warum ein solches Wochenende so gut zur Firmvorbereitung passt. Die Firmvorbereitung im Pastoralen Raum Idar-Oberstein möchte nicht in erster Linie Glaubenswissen vermitteln oder fertige Antworten geben. Vielmehr geht es darum, Menschen, Orte und Erfahrungen kennenzulernen, die zum Nachdenken anregen. Die Jugendlichen sollen entdecken können, was Glaube für das eigene Leben bedeuten kann und wie christliche Überzeugungen mit den großen Fragen unserer Zeit zusammenhängen.

Das Wochenende in Trier machte deutlich: Christlicher Glaube ist nicht nur etwas Vergangenes, das in alten Kirchen oder historischen Mauern sichtbar wird. Er lebt dort weiter, wo Menschen ihn heute mit ihren eigenen Talenten, Fragen und Hoffnungen gestalten. Genau dieser Spur konnten die Firmbewerberinnen und Firmbewerber an diesem Wochenende nachgehen.