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Aktuelle Marktlage lässt Durchführung der Kleidersammlung nicht zu:Boliviensammlung 2026 leider nicht möglich

Die Boliviensammlung kann im Jahr 2026 leider nicht stattfinden. Grund dafür ist die weiterhin schwierige Situation auf dem Altkleidermarkt, die durch strukturelle Probleme und aktuelle globale Krisen zusätzlich verschärft wird. Im folgenden Artikel informieren wir über die Hintergründe und die getroffene Entscheidung.
Boliviensammlung ohne Text
Datum:
24. Apr. 2026
Von:
Michael Michels

Viele Menschen im Pastoralen Raum verbinden die Boliviensammlung seit Jahren mit Solidarität, Nachhaltigkeit und konkreter Unterstützung der Bolivienpartnerschaft. Umso bedauerlicher ist es, dass auch im Jahr 2026 keine Kleidersammlung im Pastoralen Raum Idar-Oberstein durchgeführt werden kann. Diese Entscheidung wurde von Pastoralreferent Michael Michels nach Rücksprache mit der Fachstelle Jugend im Visitationsbezirk Koblenz getroffen. Vorausgegangen waren Abstimmungen zwischen der Fachstelle und der Firma Striebel, die seit vielen Jahren für die Sortierung und Verwertung der gesammelten Kleidung verantwortlich ist.

Bei der Firma Striebel werden die gesammelten Kleider nach der Abgabe sorgfältig sortiert: Gut erhaltene Kleidung wird dem Second‑Hand‑Markt zugeführt, minderwertige oder beschädigte Textilien gehen in die Rohstoffverwertung. Dieses über viele Jahre bewährte System ist derzeit jedoch kaum noch tragfähig. Der Markt für Altkleider befindet sich weiterhin in einer sehr schwierigen Lage und erlaubt keine wirtschaftlich verantwortbare Durchführung einer Sammlung.

Diese Entwicklung hat mehrere Ursachen. Bereits seit einigen Jahren steht der Altkleidermarkt unter Druck, was sich inzwischen auch im Alltag zeigt: An vielen Orten verschwinden Sammelcontainer, weil die Verwertung von Altkleidern nicht mehr kostendeckend möglich ist. Teilweise müssen inzwischen kommunale Abfallentsorgungsbetriebe einspringen – ein ökologisches Desaster!

Verschärft wird die Situation durch globale Krisen, die erhebliche Auswirkungen auf Transport‑, Sortier‑ und Energiekosten haben. 

Ein zentrales strukturelles Problem stellt die zunehmende Verbreitung sogenannter Fast Fashion dar. Der Altkleidermarkt ist stark belastet durch große Mengen minderwertiger, kurzlebiger Kleidung, die kaum noch weiterverwertet werden kann. Gleichzeitig konkurrieren extrem günstige Neuprodukte mit Second‑Hand‑Angeboten. Dies schwächt nicht nur den Altkleidermarkt insgesamt, sondern gefährdet auch nachhaltig arbeitende Second‑Hand‑Strukturen und soziale Wiederverkaufsmodelle.

Im November ist erneut eine Videokonferenz mit der Firma Striebel geplant, um die Marktlage gemeinsam neu zu bewerten. Sollte sich die Situation erholen, könnte eine Kleidersammlung im Jahr 2027 wieder in den Blick genommen werden. Ob sich der Markt bis dahin stabilisiert, lässt sich derzeit jedoch noch nicht abschätzen.

Wir danken allen, die die Boliviensammlung über viele Jahre hinweg unterstützt haben, für ihr Verständnis und ihre Solidarität und hoffen 2027 wieder zu einem Preis sammeln zu können, der auch unsere Partner/innen in Bolivien unterstützt.