Mein Mitwirken im Pastoralen Raum Idar-Oberstein…
...verstehe ich als Gestaltungsraum: Ich bringe Menschen zusammen, denke Pastoral vom Leben her und versuche, Kirche so zu entwickeln, dass sie relevant, ansprechbar und offen bleibt – besonders für junge Menschen und für alle, die sonst eher keinen Zugang finden. Gerade in der Diaspora schätze ich die Freiheit, kreativ zu arbeiten, neue Wege zu gehen und Kirche nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als bewusste Entscheidung zu leben.
Besonders die Arbeit mit jungen Menschen ist für mich zentral und eine echte Herzensangelegenheit. In der Jugendpastoral erlebe ich, wie Vertrauen wächst, wie Fragen, Zweifel und Hoffnungen Platz bekommen und junge Menschen Kirche dann ernst nehmen, wenn sie auch selbst ernst genommen werden. Dort, wo sich Kirche mehr und ehrlicher für Menschen interessiert als für sich selbst wird sie zukunftsfähig.
Mein schönstes Erlebnis in der Tätigkeit…
…erlebe ich immer wieder in der Jugendleiterrunde: wenn Jugendliche und junge Erwachsene "mehr" wollen, Verantwortung übernehmen und die Jugendarbeit im Pastoralen Raum Idar-Oberstein aktiv mitgestalten. Dort entstehen Freundschaften, eine besondere Dynamik aus Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit, viel Humor und ehrlichen Gesprächen. Und gerade in schweren Stunden zeigt sich der große Zusammenhalt – wenn man füreinander da ist, wenn es einem Mitglied der Gruppe nicht gut geht.
An Kirche ist mir wirklich wichtig, …
…dass sie nicht davon ausgeht, gebraucht zu werden. Kirche hat für mich nur dann Zukunft, wenn sie sich dem Leben der Menschen aussetzt, sich in Frage stellen lässt und bereit ist, von der Welt zu lernen. Wo sie sich selbst missionieren lässt von dem, was Menschen leben, erleiden und hoffen, gewinnt sie Glaubwürdigkeit und Relevanz – nicht durch perfekte Liturgie und schon gar nicht durch Antworten auf Fragen, die kaum jemand mehr stellt.
Mein Herz schlägt außerhalb der Kirche…
…ganz eindeutig bei meiner Familie: meiner Frau und unseren beiden Kindern. Und wenn dann noch Platz bleibt, zwischen Lärm und schwitzenden Menschen auf Punkrock-Konzerten – und natürlich in der Westkurve des Fritz-Walter-Stadions, bei meiner ewigen, fast schon österlichen Hoffnung auf bessere Zeiten und Bundesligafußball für den 1. FC Kaiserslautern.

