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Vier Tage gemeinsames Leben, geteilter Alltag und eine tiefe Erfahrung von Hoffnung:Kartage der Jugend 2026

Von Gründonnerstag bis Ostersonntag verbrachten 19 Jugendliche und Betreuer/innen die Kar- und Ostertage 2026 als WG im Pfarrhaus und Pfarrzentrum Kirn. Im Mittelpunkt stand das große Thema dieser Tage: Hoffnung
Kar- und Ostertage_Homepage
Datum:
8. Apr. 2026
Von:
Michael Michels
Osterkerze 2026

Gemeinsam kochen in Küchenteams, geteilte Schlaf- und Badezimmer, Spieleabende, Gespräche bis spät in die Nacht – die Kar- und Ostertage wurden bewusst als Gemeinschaft auf Zeit erlebt. Genau in diesem Miteinander wurde spürbar, was das Leitmotiv der Tage trug: Hoffnung entsteht dort, wo Menschen füreinander da sind und sich gegenseitig tragen.

Am Gründonnerstag griff Pastoralreferent Michael Michels in seiner Predigt eine überraschend aktuelle Botschaft auf: Gründonnerstag zeige eine Wahrheit, die unserer Welt oft widerspricht. Wer sich klein macht und dient, ist stark – wer sich selbst groß macht, wird schwach und erbärmlich. Jesu Testament im Zeichen der Fußwaschung zeichne ein Bild von Kirche und Welt, in dem die Schwächen anderer Platz haben. Aus einer Gemeinschaft, die einander annimmt und dient, wachse eine große, tragfähige Stärke. Eindrucksvoll ergänzt wurde dieser Gedanke durch das Zeugnis von Lewis Capaldi beim Glastonbury Festival 2023, als der Sänger wegen seines Tourette-Syndroms nicht mehr weitersingen konnte – und zehntausende Menschen für ihn den Song zu Ende sangen. Hoffnung wurde hier konkret: getragen werden, wenn es selbst nicht mehr geht.

Der Karfreitag eröffnete Raum für die eigenen Karfreitage im Leben. In Stille, Gesprächen und der Auseinandersetzung mit dem Film Life of Pi konnten Hoffnungslosigkeiten, Zweifel und existenzielle Fragen zur Sprache kommen. Der Film wurde zum Spiegel einer zentralen Frage dieser Tage: Wie kann Glaube auch dort tragen, wo keine Lösung in Sicht ist?

Am Karsamstag stand diese Frage noch einmal zugespitzt im Raum: Wer trägt mich, wenn meine eigene Hoffnung nicht mehr trägt? Angeregt unter anderem durch das Lied "Schief in jedem Chor" von Kraftklub endete die Einheit zum Karsamstag für alle Teilnehmer/Innen mit einer besonderen Aktion. Einer Person sollten jede/r Jugendliche/r eine Nachricht schreiben, der Person, die eben im eigenen Leben trägt, wenn die eigene Hoffnung nicht mehr trägt.

Das Highlight der Tage war mit Sicherheit die Osternacht, die von einer festlichen Liturgie geprägt war – und vor allem von den Stimmen der Jugendlichen selbst. Sieben Jugendliche gestalteten die Predigt und erzählten, was ihnen Hoffnung gibt: Taizé als Ort gelebter Hoffnung, Menschen, die dem wachsenden Rechtsextremismus bewusst widersprechen, die erlebte Gemeinschaft dieser Tage, Unterstützung in stressigen Lernphasen – und das tief bewegende Zeugnis, in der schlimmsten Zeit des eigenen Lebens, beim Tod der eigenen Mutter, getragen worden zu sein. 

Ein sichtbares Zeichen der gemeinsamen Hoffnung dieser Kar- und Ostertage wurde die Osterkerze in Kirn, die die Jugendlichen selbst gestalteten. Die aufgedruckten Hände der Teilnehmenden machten deutlich: Hoffnung geht nur gemeinsam. Hoffnung wächst dort, wo wir einander die Hände reichen.

Die Kar- und Ostertage 2026 waren für alle Beteiligten eine intensive Glaubens- und Lebenserfahrung – geprägt von Gemeinschaft und einer Hoffnung, die stärker ist als jede Nacht.