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"Selig die Frieden stiften..."

Friedensgebet für die Ukraine

Angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine wurde in Taizé folgendes Friedensgebet gebetet, zu dem wir herzlich einladen:

"Liebender Gott, fassungslos stehen wir vor der Gewalt auf der Welt, besonders in diesen Tagen angesichts des Kriegsgeschehens in der Ukraine. Gib uns die Kraft, denen in Solidarität beizustehen, die leiden und die heute in Angst leben. Gib Hoffnung all denen, die in diesem Teil der Welt, der uns so sehr am Herzen liegt, nach Gerechtigkeit und Frieden suchen. Sende den Heiligen Geist, den Geist des Friedens, damit er die Verantwortlichen der Völker und alle Menschen leite." (Frere Alois, Prior der Gemeinschaft von Taizé)

Lesung aus dem Evangelium nach Matthäus:

In jener Zeit sagte Jesus: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. (Mt 5,3-10)

Zeit der Stille - Fürbitten

  • Für die Menschen in der Ukraine, die in großer Angst in Krieg und Gewalt in ihrem Land leben müssen: um Hoffnung und Kraft in ihrer Bedrängnis. Du Gott des Friedens! A: Höre uns
  • Für die christlichen Kirchen in der Ukraine: um den Geist der Zuversicht, damit sie den Menschen aus der Kraft des Evangeliums beistehen. Du Gott des Friedens! A: Höre uns
  • Für alle, die unter den Völkern Einfluss haben und Macht ausüben: um den Geist der Friedfertigkeit und Versöhnung und um Ehrfurcht vor dem Leben und dem Gewissen jedes Menschen. Du Gott des Friedens! A: Höre uns
  • Für alle, die die Folgen von Unfrieden und Hass am eigenen Leib verspüren müssen: um ein Ende ihrer Leiden. Du Gott des Friedens! A: Höre uns
  • Für uns selber, die wir allein hilflos sind gegenüber der Bedrohung unserer Welt: um den Beistand des Geistes Gottes, um Hellhörigkeit für seinen Anruf und um die Kraft zum Frieden mit allen Menschen. Du Gott des Friedens! A: Höre uns

Vorschlag an Taizé-Gesängen


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Angek(l)ickt

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  • Zum 27. Januar - "Einen ewigen Namen gebe ich ihnen"

    „Mein Name ist Michael Michels“. Das sorgt oft, wenn nicht gerade ein Peter Peters oder Jens Jensen vor mir steht, für Schmunzler oder für skeptische Blicke. Entweder werden meine Eltern als „kreativ“ gelobt oder ich bemitleidet. Immer wieder drehen sich Gespräche um meinen Namen. Auf jeden Fall sorgt mein Name für Aufmerksamkeit, es vergisst ihn normalerweise niemand. Ich bin Michael Michels; bald 29 Jahre alt. Mit diesem Namen zu leben gehört zu meiner Identität; ganz zu meinem Wesen. Ich würde fast behaupten, dass einen Teil meiner Art, wie ich mich vor und zu anderen Menschen verhalte, von diesem Namen bestimmt ist. „Michael Michels, Vor- quasi wie Nachname“ - So erkläre ich es oft am Telefon, wenn jemand erstaunt nachfragt, ob er meinen Namen denn gerade richtig verstanden habe.

    In diesen Tagen, an denen sich die Wannseekonferenz zum 80. Mal jährt, aber auch am 27. Januar, dem Holocaust-Gedenktag, habe ich nochmal intensiv über den „Namen“ nachgedacht. Gemeinsam mit einer Gruppe von 15 Jugendlichen durfte ich in den vergangenen Sommerferien zum wiederholten Male im Rahmen einer Exkursion das Konzentrationslager Auschwitz und das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besuchen. Auch nach dem dritten Besuch in Auschwitz wird dieser Ort nicht wirklicher oder verständlicher. „Wer Auschwitz begreifen will, hat Auschwitz nicht begriffen!“ Diese Weisheit von Johann Baptist Metz wurde mir bei der diesjährigen Fahrt sehr deutlich. Das spüre ich auch jetzt, weil es so unendlich schwierig ist, meine Gefühle und Gedanken niederzuschreiben, die ich mit diesen Orten und den dortigen Ausstellungen verbinde. Es geht eigentlich gar nicht. Auch weil ich gar nicht weiß, was ich in Anbetracht von Zahlen und Fakten, die man nicht verarbeiten kann, Ausstellungsstücken und Bildern, deren Grauen jede Vorstellbarkeit übersteigt und abertausenden Lebensgeschichten, über deren schreckliches Ende ich nicht traurig genug sein kann, fühlen oder denken soll.

    Gefangene, die nach Auschwitz kamen, bekamen ihre Häftlingsnummer auf die Haut tätowiert. Von diesem Moment an trugen sie offiziell ihren Namen nicht mehr; waren nichts anderes als eine Nummer, ein Platz auf einer Liste in einem abartigen, perversen Mordsystem.

    Aus Namen wurden Nummern. Aus Menschen wurden Nummern. Mit der Nummer war eine Entmenschlichung der Gefangenen auf die Spitze getrieben. Ich komme mit diesem Gedanken kaum zurecht.

    Die  staatliche israelische Gedenkstelle Yad Vashem hat auch in Auschwitz selbst eine eindrucksvolle Gedenkstätte errichtet. In einem gigantischen Buch sind alle Namen erfasst, die bisher als Opfer des Holocausts bekannt sind. Für mich war es verstörend sich durch unzählige Seiten mit mehreren Millionen Namen zu blättern. Doch zugleich fand ich es wunderschön, dass man hier eine entscheidende Korrektur an diesem unmenschlichen System vorgenommen hat: Aus Nummern wurden wieder Namen.

    In Yad Vashem selbst werden im Kinderraum in einer Endlosschleife alle bekannten Namen der im Holocaust ermordeten Kinder vorgelesen. Für 1,5 Millionen Namen braucht das Band drei Monate. Dann geht es wieder von vorne los. All den unschuldig ermordeten Kindern werden wieder Namen gegeben. Jedem einzelnen!

    Die Idee hinter diesem Konzept entstammt aus dem Buch Jesaja. Dort spricht Gott über die Menschen: „Ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals ausgetilgt wird“ (Jes 56,5)

    Und das ist für mich das, was nach Auschwitz mit all seinem Unverständlichen bleibt, und mir in all dieser Trostlosigkeit Hoffnung schenkt:. „Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals ausgetilgt wird“ –  all das was ich als Menschen ausmacht, das was mich besonders macht, das was mir Identität und Würde verleiht, das wird niemals verloren, es kann mir von niemandem genommen werden, nicht einmal vom Tod. Es wird aufgehoben sein bei Gott.

    Gott, ich kann dir gar nicht genug dafür danken, einen Namen zu tragen.

     

    Text & Foto: Pastoralreferent Michael Michels

    Erstveröffentlicht im Pfarrbrief Oktober / November 2021


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